Es gibt niemanden, der uns beibringt eine gute Beziehung zu führen. In meiner gesamten Schulzeit gab es keine einzige Unterrichtsstunde, die mir folgende Frage hätte beantworten können: Wie führe ich eine gute Beziehung mit einer Frau? Ok! Sie bringen uns bei, wie der menschliche Körper funktioniert. Wie Babys entstehen (Wobei ich sagen muss, dass ein verklemmter Biologielehrer eindeutig nicht die beste Person dafür ist!). Aber Grundzüge einer gesunden Beziehung? – Fehlanzeige!
Die einzigen Vorbilder, die uns gezeigt werden, sind Disney und romantische Liebesfilme aus Hollywood. Manchmal sind es auch unsere Eltern, die uns zum (unterbewussten) Vorbild herreichen. Ob diese wirklich ein gutes Vorbild sind, sei jedem selbst überlassen. Durch den Aufbruch der Geschlechterrollen in den letzten Jahren ist zusätzlich kräftig Bewegung in das klassische Beziehungssystem gekommen. In diesem Wirrwarr aus Disney, Umbruchzeiten, Eltern, Hollywood und der Veränderung von Geschlechterrollen haben sich einige Beziehungsgewohnheiten verbreitet, die die meisten Menschen für total normal halten, welche jedoch die Partnerschaft Stück für Stück ruinieren.
Inhaltsverzeichnis des Artikels
5 toxische Gewohnheiten in einer Beziehung
Gewohnheit #1: “Du hast ja damals…”
Ein interessantes Phänomen in vielen Beziehungen ist es, dem anderen einen begangenen Fehler nachzutragen. Besonders wenn beide Partner dem nachgehen, kann es zu einer sehr starken Dynamik kommen. Du warst ein komplettes Arschloch bei Nadines 27ter Geburtstagsfeier. Und genau das war der Tag an dem Dein Leben ruiniert wurde. Warum? Es vergeht kein Tag, an dem Du nicht daran erinnert wirst. Aber das ist ok. Denn schließlich hast Du sie ja das andere mal dabei erwischt, wie sie Flirtnachrichten an einen ihrer Kollegen geschickt hat. Somit hat sie sich das Recht entzogen, jemals wieder eifersüchtig auf Dich zu sein. Also Gleichstand! Richtig?
Falsch!
Warum sowas toxisch ist: Über die Zeit entwickelt sich eine Liste im Kopf der Partner, die immer wieder dann abgerufen wird, wenn der Partner Fehler macht. Diese Liste wird über die Zeit immer länger und all die damit verbundene Bitterkeit kommt bei kleinen Streits sofort heraus. Denn dann holen beide ihre Liste heraus und versuchen, dem anderen zu zeigen, warum man selbst richtiger und der andere falscher ist. Und das obwohl es vielleicht gar nichts – aber absolut gar nichts mit der jetzigen Situation zu tun hat.
In einem solchen System versuchen beide weniger falsch für den anderen zu sein, anstatt zu versuchen mehr richtig zu sein. Was Du stattdessen machen kannst: Jedes Thema ist individuell, es sei denn es gibt eine direkte Verbindung. Wenn jemand immer wieder den anderen betrügt ist das ein ernstes Problem. Mit Nadines Geburtstagsfeier aus dem Jahr 2010 hat das aber nichts mehr zu tun.
Viele Menschen und Partner vergessen oft, dass das Leben aus unzähligen Fehlern besteht. Ein Fehler ist darum das Beste, was einer Beziehung passieren kann! Daran entwickelt sich die Partnerschaft. Wenn Dich heute noch etwas beschäftigt, was vor Jahren passiert ist, hättest Du damals die beste Chance gehabt, das zu klären. Heute kannst Du es getrost vernachlässigen. Get over it! Wichtig ist: Versuche Probleme und Fehler gleich und komplett zu klären.
Gewohnheit #2: Hinweise und andere passive Arten von Aggression
Anstatt offen zu sagen, was Du denkst, versuchst Du deinen Schatz durch kleine Hinweise in die richtige Richtung zu leiten. “Soll er/sie es doch herausfinden!” Anstatt klar zu sagen, was Dich stört, findest Du Kleinigkeiten an deinem Partner, über die Du Dich dann stellvertretend beschweren kannst. Warum sowas toxisch ist: Es zeigt einfach nur, dass Du Dich unwohl dabei fühlst, klar und offen zu sagen, was Du willst. Ein Mensch hat keinen Grund passiv-aggressiv zu sein, wenn er sich sicher dabei fühlen kann, all seinen Emotionen Ausdruck zu verleihen. Hinweise verwirren den Anderen und sind der direkteste Weg zur Aggression.
Was Du stattdessen machen kannst: Sage offen, was Du denkst! Zeige deine Gefühle und sage, was in Dir vorgeht. Mache Dir gleichzeitig klar, dass Dein Partner nicht notwendigerweise für Deine Gefühle verantwortlich ist oder Dir helfen MUSS. Dein Partner KANN Dir helfen, wenn er oder sie es WILL. Aber diese Form der Liebe kommt, wie jede andere Form auch, ausnahmslos freiwillig.
Gewohnheit #3: Den Partner für die eigenen Emotionen verantwortlich machen
Stell Dir vor, Du hast einen schlechten Tag und Dein Partner ist gerade nicht super einfühlsam und unterstützend. Sie oder er ist den halben Tag am Telefon und hat mit der Arbeit zu tun. Dabei willst Du am liebsten einfach nur herumliegen und zusammen einen Film schauen. Aber er/sie will raus und Freunde treffen. Irgendwann ist das Limit erreicht. Du hast einen schlechten Tag und dein Partner macht nichts, um Dir zu helfen. Sicher, Du hast nicht direkt gefragt, aber ein guter Freund/in wäre jetzt einfach für Dich da.
Warum sowas toxisch ist: Jemand anderen (auch deinen Partner) für Deine Emotionen zu beschuldigen, ist selbstsüchtig. Damit sagst Du, dass Dein Partner für das was Du fühlst, verantwortlich ist. Damit kettest Du Dich an ihn oder sie. Er muss dadurch mit allem, was er tut, auf Dich Rücksicht nehmen. Das ist nicht nur selbstsüchtig sondern auch noch extrem nervend. Sobald sich Partner für einander verantwortlich fühlen geht es mit der Liebe häufig bergab. Ehrliche Emotionen werden versteckt und der gegenseitigen Manipulation die Türen geöffnet.
Was Du stattdessen machen kannst: Übernimm Verantwortung für deine Emotionen und erwarte, dass Dein Partner mit seinen eigenen Emotionen umgehen kann. Es gibt eine sehr feine Linie zwischen: einen anderen wirklich aus sich heraus emotional zu unterstützen oder sich dazu verpflichtet zu fühlen.
Gewohnheit #4: Eifersucht als Zeichen von Liebe
Der Partnerin die Hölle heiß zu machen, weil sie mit einem anderen Menschen spricht, flirtet, sich berührt, telefoniert, textet, umarmt, Zeit verbringt oder einfach weil sie niesen muss, ist im höchsten Grad ein Eindringen in ihre Angelegenheiten. Jemand anderes Verhalten zu kontrollieren ist einerseits ein klares Zeichen von mangelndem Selbstvertrauen und andererseits schlicht unmöglich. Es führt oft zu so vertrauensvollen Aktionen, wie das Einhacken in den Email- oder Facebookaccount der Partnerin, dem Durchstöbern ihrer Textnachrichten während sie duscht oder möglicherweise sogar Spionage betreiben.
Warum sowas toxisch ist: Es trifft bei mir immer wieder auf Verwunderung, wenn mir Menschen erzählen, das Eifersucht ein Zeichen von Liebe ist. “Wenn mein Partner nicht eifersüchtig wäre, dann würde das irgendwie heißen, dass er mich nicht liebt.”
Wenn meine Freundin mit einem anderen Mann flirtet und ich deshalb einen Schmerz in mir fühle und Angst habe, sie könnte mich verlassen, ist das leider normal. Gesellschaft, Medien und Eltern tun so, als sei das normal. Und ich konnte mich davon auch nicht entziehen. Wenn ich dann aber diesen Schmerz und Angst zum Anlass nehme, meine Freundin kontrollieren und dahingehend manipulieren zu wollen, nicht mehr mit anderen zu flirten, ist das einfach nur selbstsüchtig. Ich würde meine Freundin für meine eigenen Neurosen und mein mangelndes Selbstbewusstsein verantwortlich machen.
Liebe ist etwas freies, was NUR freiwillig gegeben werden kann. Sobald sich meine Freundin um meine Neurosen und ich mich um ihre kümmern muss, ist das Abhängigkeit. Und Abhängigkeit in einer Paarbeziehung zerstört nicht nur die Liebe sondern viel schneller noch sämtliche Leidenschaft. Was Du stattdessen machen kannst: Vertraue Deinem Partner und lasse alles los ihn kontrollieren zu wollen. Ich weiß, das ist im gesellschaftlichen Kontext eine radikale Idee, aber alles andere tötet meiner Meinung nach langfristig sämtliche Leidenschaft und herzliche Liebe.
Übrigens. Monogamie ist kein Handel á la: Tust du mir nichts, tue ich dir nichts. Monogamie ist eine Entscheidung für sich selbst, sein Herz und seinen Körper nur einer Person zu schenken. Diese Entscheidung hat in meiner Welt nichts damit zu tun, ob mein Partner mit jemand anderem schläft oder nicht. Ich kenne sehr innige monogame Partnerschaften, die genau deswegen „funktionieren“. Weil sie nach diesem Prinzip gelebt werden.
Gewohnheit #5: Geld regiert die Welt – aber nicht deine Beziehung!
Viele Paare gehen mit Beziehungsproblemen auf eine sehr verwunderliche Weise um. Anstatt sich ihnen zu stellen und diese zu lösen, werden sie mit schönen und gekauften Gefühlen übertüncht. Wenn man sich in den eigenen vier Wänden nichts mehr zu sagen hat, wird ein Urlaub gebucht. Denn dann hat man wieder etwas zu reden und kann den schweigenden Problemen aus dem Weg gehen.
Warum sowas toxisch ist: Nicht nur wird Geld dafür verwendet einen Frieden zu erkaufen, der nicht da ist. Sondern darüber hinaus findet noch ein sehr perverser unbewusster Prozess statt. Man stelle sich vor, eine Frau wird böse auf ihren Mann. Die Antwort des Mannes ist, die Frau in ein schönes Restaurant einzuladen oder ihr schönen Schmuck zu kaufen. Neben den offensichtlichen Perversitäten dieser Vorgehensweise kommt hinzu, dass die Frau für aggressives Verhalten belohnt wird. Psychologisch sehr spannend – Beziehungstechnisch eine absolute Katastrophe.
Was Du stattdessen machen kannst: Eigentlich weißt Du es schon. Reden! Dein Partner fühlt sich verletzt oder ignoriert: Redet darüber und findet eine dauerhafte gemeinsame Lösung. Du hast Mist gebaut? Denke darüber nach, warum Du es gemacht hast. Eine ernsthafte Entschuldigung wirkt oft wahre Wunder. Und dann redet darüber, was ihr in Zukunft machen werdet.
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